urbani7e

Urbanize! 2016 – Housing the Many – Programm Hamburg

Willkommen zu Urbanize – erstmals in Hamburg, erstmals im Gängeviertel!

Wir freuen uns auf 10 aufregende Tage voller Talks, Walks, Workshops, Ausstellungen – und Partys!

Aktuelle Infos gibt es auf urbanize.at

Mit dem Festival wollen wir herausbekommen, wie sich die Methoden der vorgestellten Projekte in Planungen im großen Maßstab anwenden lassen. Deshalb verteilen wir vor jedem Vortrag METHODOLOGIE-KÄRTCHEN im Publikum. Notiert darauf Erkenntnisse, Arbeitsbegriffe oder Einfälle! Wir basteln daraus eine kollektive Galerie der Methoden, die ihr ab Montag im Galerieraum in der Fabrique betrachten könnt.

Besonders empfehlen wir die CASE STUDY WORKSHOPS: Die laufen an allen fünf Wochentagen und versuchen, die Praxis der präsentierten Projekte auf zwei Orte in Hamburg anzuwenden. Wer tagsüber nicht kann, bekommt am letzten Samstag eine Zusammenfassung serviert: Auf dem Weg zu einer anderen Planungskultur (1.10., 15:00).

Schickt uns eine mail an anmeldung_urbanize@planbude.de

Um 12:00 servieren wir das FEEDBACK-BRUNCH, das täglich Forum für die Ideen der Nacht. Denn die besten Ideen entstehen oft am Tresen. Die tauschen wir beim Essen, diskutieren informell beim Frühstück, bringen uneingeladene Gesichtspunkte ein und spinnen die größenwahnsinnigen Projekte weiter, die für gewöhnlich erst nach Mitternacht blühen. Praktisch: Anlaufpunkt und informelle Verteilstation für Tagesprogramm, Workshops und später Angekommene. Bei gutem Wetter draussen, sonst im Urbani7e! CHECK-IN in der Jupi Bar.
17:30–19:00: ABENDESSEN ist fertig! Danke an die VoKü des Gängeviertels.
Alles Essen und Trinken im Gängeviertel gibt‘s auf PAY-WHAT-YOU-WANT Basis – spendet großzügig!

In der Politik dominiert traditionell das Wort. Doch soziale Bewegungen in Hamburg sind ohne musikalische Beteiligung gar nicht denkbar. Seit der Besetzung der Hafenstrasse halten Musiker*innen Fühlung mit emanzipatorischen Bewegungen, entwickeln neue Interventionsformate, definieren Räume neu, schaffen hedonistische Settings, in denen das politische Denken eine neue Richtung einschlagen kann. Bei Urbani7e! Hamburg kommentiert nicht der Redner die Musik, sondern umgekehrt: Jeder Vortrag bekommt eine musikalische Antwort vom DJ-OF-THE-DAY. Kein Vortrag ohne musikalischen Kommentar von Astral Taxi, Booty Carrell, L.C. Knabe, Cindy Looper, United People.
Wann immer ihr nicht weiter wisst: Von 12:00 bis zum ersten Abendvortrag weiß Nabila alles, und ist am CHECK-IN in der JUPI-BAR. Dort gibt es auch Bücher und kalte Getränke.
Die Stadt der Zukunft wird eine Fete sein – oder sie wird nichts sein

 

CASE STUDY WORKSHOPS – Jetzt mal konkret!
In zwei Werkstätten kannst du die Erkenntnisse, Tools und Methoden aus den präsentierten Projekten und Forschungen auf Anwendbarkeit überprüfen. Die beiden Case Study Workshops treffen sich an allen Wochentage beim Feedback-Brunch um 12:00 in der Jupi Bar im Gängeviertel.
Plan mit, untersuche die Potenziale, entwickel die Grundlage für eine bessere Stadt! Jeder Workshop-Tag hat ein eigenes Programm, baut auf dem vorherigen auf und entwickelt es weiter. Bonus: Vortragsgäste steigen am Tag vor oder nach ihrem talk in die Workshops ein, und diskutieren deine Ideen. Am Samstag werden die Ergebnisse öffentlich vorgestellt und diskutiert.
Bitte anmelden: anmeldung_urbanize@planbude.de – Bitte im Betreff den Titel des Workshops angeben.

26.9.2016 – 30.9.2016 Case Study I: Monopol für alle
Workshop mit Lisa Marie Zander (PlanBude) und Oliver Gemballa (adocs)

monopol

Die ehemalige Bundesmonopolverwaltung für Branntwein gehört dem Bund und liegt in Rothenburgsort direkt an der Elbe. Seit einigen Jahren leer, befindet sich hier ein wichtiger Knotenpunkt des Stadtteils – Anwohner*innen, Besucher*innen Nachbar*innen und Tourist*innen treffen aufeinander.
Wie kann das 12.500 m2 große Gelände der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden? Wie kann das „monopol“ zum zentralen Ort für eine alternative Quartiersentwicklung im Hamburger Osten werden? Wie wird daraus ein Ort der Auseinandersetzung und Vernetzung? Was braucht der Stadtteil? Ist eine Wunschproduktion auf Ebene von Quartiers­ und Stadtteilentwicklung möglich? Und wenn ja, wie muss sie aussehen? Die afghanisch-hinduistische Gemeinde hat schon eine Idee: Ihr Projekt nennt sie liebevoll „little india“…
Montag: Umherschweifen im Stadtteil mit laboratoire dérive. Dienstag: Die Sicht von lokalen Akteuren. Mittwoch: Kollaborative Praktiken der Gestaltung von Vielheit im Verständnis von Mark Terkessidis Parapolis. Donnerstag: Alternative Formen und Gestaltung von Eigentum & NEUBAUTEN. Freitag: Final Fix

26.9.2016 – 30.9.2016 Case Study II: Vier Hochhäuser – Haben & Nutzen

Der City-Hof ist Hamburgs umstrittensten Denkmal. Geht es nach dem Hamburger Senat, soll das Ensemble aus vier grauen Hochhäusern mit verbindender Ladenpassage gegenüber dem Hauptbahnhof privatisiert und abgerissen werden.
Doch was HABEN die HamburgerInnen von einer Privatisierung der städtischen Liegenschaft, von einem Abriss des Denkmals oder einer Neubebauung des Areals durch einen Projektentwickler/ Investor? Was passiert mit den derzeitigen Mietern der Läden im Erdgeschoss? Kann in den Hochhäusern bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, die „graue Energie“ des Bauwerks weiter genutzt werden – und der City-Hof so für eine echte soziale sowie ökologische Stadtentwicklung in Hamburg von NUTZEN sein?
Entlang dieser Fragen und inspiriert von den Urbani7e! Inputs werden wir im Workshop gemeinsam ein Modell und Leitbild entwickeln, das sich auf andere Gebäude in unseren Städten übertragen lässt und mit dem wir Akteure aus Politik, Verwaltung und Immobilienwirtschaft zum Nachdenken anregen.
Montag: Ortstermin – Führung durch den City-Hof und seine Umgebung; Imbiss in der ENOTECA TOSCANA, Vorträge und Filmvorführung im Kunsthaus (Klosterwall 15, 20095 Hamburg) Dienstag – Donnerstag: Workshop in progress, Fabrique im Gängeviertel, Seminarraum im 4.OG, Freitag, 13:00: Stadttermin, Treffpunkt: Fabrique im Gängeviertel (Seminarraum im 4.OG – Prinzessinnenzimmer)

WORKSHOPS
Bitte anmelden: anmeldung_urbanize@planbude.de gebeten. Bitte im Betreff den Titel des Workshops angeben.
24.9.2016, 13:00 – 17:00 Zanny Begg – Undrawing the Line
Workshop in English language.

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Zanny Beggs Projekt Undrawing the Line bringt Refugees und andere Interessierte an einen Zeichentisch. Auf Basis von Erzählungen und Mythen entstehen Linienzeichnungen, die vor Ort eingescannt zu 3D Graphiken zusammengesetzt werden und als großformatige, epische Murals ausgestellt werden. Undrawing the Line bezieht sich auf die Linie zwischen “uns” und “denen”, die die Workshops sehr geschickt durch die Verwendung anderer Lesarten bekannter Mythen – etwa eine yesidische “Turm zu Babel” Version, die fundamental anders ausgeht als in Bibel und Koran.

26.9.2016 + 27.9.2016, 12:00 – 18:00 XYZ OPEN CITY
Workshop: Konstruktivistische Selbstermächtigung mit Till Wolfer (N55) und Luc Knödler


XYZ OPEN CITY: Ein modulares Raumsystem, Open Source und kostengünstig lokal herstellbar. Ein Tool um (Stadt-)Räume konkret anzueignen, mit neuen Funktionen auszustatten und gemäß der eigenen Bedürfnisse nutzbar zu machen. Bausteine einer Infrastruktur zur Selbstermächtigung der Stadt der Vielen. Nutze das XYZ OPEN CITY System und definiere den Galerieraum in der Fabrique neu! Zu Anfang entsteht eine Plattform für das urbani7e-Festival, alles weitere entscheiden & gestalten die Teilnehmer_innen vor Ort. Neben den XYZ-Funktionsmodulen stehen konkrete Lösungen der GoodTech-Plattform zur Verfügung stehen: Showerloop (water recycling shower), Sunzilla (solar generator) und Waterzilla (water purification system). Folgetage: Weiterentwicklung & Umgestaltung der Modulstruktur durch die Nutzer_innen

Achtung: bringt Kopf und Hände, es wird auch konkret gebaut. Treffpunkt: Beim Feedback-Brunch. Super: Teilnahme auch stundenweise möglich!

urbani7e! Housing the Many – PROGRAMM (Stand: 17.09.2016)
Gängeviertel Hamburg, 23.09. – 02.10.2016
(weitere Infos zum Festival und zum Veranstaltungsort am Ende des Dokuments)

VORTRÄGE, DISKUSSIONEN, EXKURSIONEN & FILME

Freitag 23.09.2016
19:00: Grand Opening urbani7e!-Festival
Mit dérive & PlanBude und Schwabinggrad Ballett & Arrivati

Der Anlass ist dringlich – der Auftakt ein Fest: Die Eröffnung für 10 Tage Hamburg und 5 Tage Wien in der Festivalzentrale Gängeviertel mit Rundgängen und Umherschweifen, mit sich-verlaufen und Programmübersicht, mit Einführung und Ausschweifung, mit Orte-finden und in-ungeplantes-hineinstolpern, mit einem musizierenden Ballett und forschenden Künstler*innen, mit Freund*innen legen auf für Freund*innen. Es wird warm sein oder regnen. Es wird ein Traum.

Schwabinggrad Ballett & Arrivati: Beyond Welcome
Konzert
Das Schwabinggrad Ballett, bekannt für seine choreographierten Interventionen in politische Aktionen, betritt nur selten gewöhnliche Bühnen – sondern entwickelt Formate für den urbanen Raum in enger Fühlung mit emanzipatorischen Basisbewegungen. Mit „Beyond Welcome“ ist der Gruppe ein eindringlicher musikalischer Wurf in echtes Neuland gelungen: die etablierten Hamburger Musiker und die Performancegruppe Arrivati, die sich aus Flüchtlingen und Immigranten zusammensetzt, arbeiten seit längerem zusammen, gingen vergangenen Sommer auf Tour durch die Hamburger Erstaufnahmelager. „In Stücken wie »Ma Place« oder »U Log Bang Me« zeigt sich die Schönheit dieser Verschmelzung mal schweißtreibend, mal schwelgerisch, gleichzeitig zeichnet die Vielfalt der Stimmen und Klänge ein glaubwürdiges Bild des Landes nach der Utopie“, schreibt Henrik Otremba in der SPEX.

Samstag 24.09.2016
DJ-of-the-Day: United People Hamburg
15:00: Hack‘ den St. Pauli Code!
Margit Czenki (PlanBude) führt zu Konfliktorten, Aneignungsprozessen, neuen kollektiven Planungs-Verfahren und selbstorganisierten Projekten die sich in den neoliberalen Gentrifizierungs-Kiez hineinhacken: PlanBude, WohlVille, Golden Pudel Klub im Wiederaufbau, Gezi Park Fiction, Fabulous St. Pauli. Treffpunkt: PlanBude, Taubenstrasse Ecke Reeperbahn, Anreise: S-Reeperbahn, U-St. Pauli, Bus 37 oder 112 ab Johannes-Brahms-Platz (am Gängeviertel); Dauer: 2 Stunden

18:30 Juwelier des Ostens & WohlVille
Learning from Grandhotel
Wie schafft man Situationen, die das Helfer-Opfer-Verhältnis sprengen – zugunsten eines SichGegenseitigSchlauerMachens? Der Juwelier des Ostens hat ein feines interkulturelles Restaurant in Eimsbüttel gegründet, WohlVille setzt sich für ein Gemeinschaftsprojekt mitten in St. Pauli ein.
Filomeno Fusco und Kolleg*innen über Kochen, Kunst, Arbeit, Refugees
Vielleicht mit essbarer Arbeitsprobe.
Niels Boeing über eine utopische Villa für Refugees mitten in St. Pauli
Bekommt der traditionell tolerante Kiez mit WohlVille endlich ein Refugee Welcome Centre in angemessener Größenordnung?

19:00: Grandhotel Cosmopolis – Augsburg
Welcome to Your Lobby!

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„Welcome to Your Lobby“ steht im Eingangscafé des Grandhotel Cosmopolis. Der Slogan ist mehr als ein doppelt wahres Wortspiel, sondern ernsthaftes Programm: Der Planung des Hotels „mit und ohne Asyl“ ging die Gründung der Lobby voraus. Das Konzept des Hauses wurde von Künstler*innen aus der räumlichen sozialen Praxis entwickelt: Erst der kunstgeprägte Treffpunkt, dann die Unterbringung. Das Grandhotel startet mit kreativem Überschuss statt Mangelverwaltung und setzt ein grandioses Gegenmodell zum Notstandsurbanismus.
Wie konnte dieses Modell, das zahlreiche andere Projekte inspiriert, mitten in Augsburg entstehen? Warum kriegt die behördliche Planung das nicht hin?

20:30 Granby4Streets Community Land Trust, Liverpool
Vortrag von Michael Simon auf englischer Sprache.

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Toxteth, Liverpool: Nach den riots Anfang der 80er will die Stadt den Abriss. Doch viele Bewohner*innen weigern sich, wegzuziehen. Als Mitte der Nullerjahre Anwohnerinnen die vom Amt schwarz verbretterten Fenster der geräumten Häuser bemalen, beginnt der Umschwung. Sie legen Gärten auf den leeren Grundstücken an, gründen einen Straßenmarkt und beginnen, sich selbst zu organisieren. Sie und stoppen das EU-finanzierte Abrißprogramm. Jetzt gehört das gesamte Viertel der Community selbst. Der Community Land Trust (CLT) repariert die Häuser und erfindet das ganze Viertel neu. Und schreibt nebenbei Kunstgeschichte: Das vom CLT beauftragte Architekturbüro Assemble Collective gewann mit dem Granby Projekt den Turner Preis.
22:00 United People Hamburg
Hip Hop: Fette Konzert Party

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Das junge, aktivistische Hip-Hop-Kollektiv United People ist ein Zusammenschluss der Hamburger Gruppen Auslända Connexion, Mapuche und Asmaras World. Sie machen Musik, Antirassistische Politik, geben selbstorganisierte Sprachkurse für Refugees, und organisieren jede Woche das Streetknowledge-Programm: „Die Strasse braucht Zusammenhalt. Wir tauschen uns aus und lernen voneinander. Knowledge is power!“
18:00 -23-00 (Startzeit variabel): moon facilitator : AllByMyself
SMS-basierte Erkundung ab Festivalzentrale
„…Wir werden einander nie treffen, aber ich werde für dich da sein. Wir folgen einander durch die Stadt und auch wenn Fassaden aus Glas einstürzen, dein Akku stirbt und der letzte Song leise ausfadet, bleibt unsere Geschichte für immer in deinem Handy eingespeichert. Halte Ausschau nach mir!“ moon facilitator ist eine programmierte Stadtbegleitung, eine Software-Agentin, die ihre Teilnehmenden per SMS zu verschiedenen Orten in der Umgebung des Gängeviertels führt. Die moon facilitators bearbeiten öffentliche, unsichtbare und imaginäre Räume und soziale Beziehungen. Von Ricardo Gehn, Tobias Malcharzik, Eduard Schreiber, Hannes   Siebert, Laurin Thiesmeyer, Cäcilia Wosnitzka

Sonntag, 25.09.2016
DJ-of-the-Day: Booty Carrell

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16:00 Andrej Holm zur Wohnungsfrage
Obwohl es immer mehr interessante soziale und kulturelle Einzelprojekte gibt, wird die Chance auf eine Wohnung für die ärmere Hälfte der Bevölkerung immer schlechter. Zeit, das System dahinter in den Focus zu nehmen, zu analysieren – und zu ändern. Zeit, dickere Bretter zu bohren: Mietgesetzgebung, Wohnbaupolitik, Förderinstrumente. Der schlaue Berliner Stadtsoziologe und knitze Papst der Gentrifizierungskritik hat gerade eine Wohnraumstudie für die Berliner Linke verfertigt und jüngst in den Berliner Heften zur Geschichte und Gegenwart der Stadt mit Ulrike Hamann und Sandy Kaltenborn „Die Legende vom Sozialen Wohnungsbau“ dekonstruiert.

17:00 Flucht nach vorn
Doris Kleilein über migrantische Architektur und Notstandsurbanismus

Die Redakteurin von bauwelt.de ist verantwortlich für besonders gelungene Themenhefte, die die Architekturen des Alltags analysieren und deren Qualitäten anschaulich machen. Ihre Vortrag über migrantische Architektur rückt übersehene Bau- und Stadtentwicklungspraxen in den Focus – und konfrontiert die „Arrival City“ mit dem behördlich geplanten Notstandsurbanismus.

19:00 Ökohaus Rostock
Refugee-Unterbringung organisiert von Alternativen Trägern: Das Ökohaus Rostock wurde direkt nach der Wende 1990 gegründet. Bereits damals konnten die Aktivist*innen ihre Häuser an der Stadtmauer in Erbpacht selbstverwaltet absichern. Eigentlich ein Komplex voller sozialer Einrichtungen, verwaltet das Projekt auch mehrere Häuser für Geflüchtete. Anders als die staatsnahen Träger in Hamburg, nutzen die Rostocker die Spielräume im Sinne der Refugees – und bringen ihre langjährige soziale Expertise und ihre flachen Hierarchien in die Verwaltung der Unterkünfte ein.

20:00 Marina Naprushkina – Neue Nachbarschaft // Moabit
Lesung: „Neue Heimat?“ und Gespräch

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2013 gründete die Künstlerin Neue Nachbarschaft // Moabit. Heute eine der größten Flüchtlingsinitiativen Berlins, sieht Naprushkina den Ort eher nicht als ihr Kunstprojekt. „Die anarchische Sprachschule ist ein Kollektiv der besonderen Art, das sich jedesmal neu formiert. Ohne Stundenplan und Abschlusszeugnis. Irgend etwas scheint Marina Naprushkina richtig zu machen.” wundert sich das ZDF. Ihr Buch Neue Heimat? Wie Flüchtlinge uns zu besseren Nachbarn machen, reflektiert die Erfahrungen mit der Neuen Nachbarschaft // Moabit.

Montag, 26.09.2016
19:00 Miete essen Seele auf – Der Kampf um das Recht auf Stadt
Angelika Levis Film über Kotti & Co.: In der Nacht des 26. Mai 2012 zimmerten einige Bewohner der Sozialwohnungen am Kottbusser Tor, mehrheitlich türkischstämmige Nachbar*innen, aus Europaletten ein Protesthaus zusammen. Sie nannten es „Gecekondu“ – „Über Nacht erbaut“. Mit der Besetzung eines öffentlichen Platzes im Zentrum von Kreuzberg, begann die Mieterinitiative Kotti & Co einen bis heute täglich sichtbaren Widerstand, und holte das Thema des sozialen Wohnungsbaus und die massive Verdrängung von langjährigen BewohnerInnen aus der Innenstadt auf die politische Agenda. Die Filmemacherin Angelika Levi zeigt berührend die Vielstimmigkeit der Bewohner*innen und ihre zukunftsweisenden Taktiken. In Anwesenheit der Regisseurin.

20:30 Andere Baustellen: Die Ankunftsstadt der Architektenkammer & des Urban Design
Die Messehallen als neues gemsichtes Wohnquartier? Die Hamburger Architektin Karin Loosen stellt die kontrovers diskutierten Ergebnisse aus den Stadtplanungsworkshops der Hamburgischen Architektenkammer vor. Christopher Dell und Christoph T. Hermann präsentieren eine brandneue Zusammenarbeit der Urban Design Summeracademy mit Geflüchteten, Initiativen und Studierenden in Poppenbüttel.
Ankunftsstadt – Inselstadt – Akteursstadt – Egalitäre Stadt
Karin Loosen über drei Visionen für die Ankunftsstadt. Im März, auf dem Höhepunkt der post-Sylvesternacht Panik und der lokalen Obergrenzen-Diskussion in Hamburg, bezog die Architektenkammer klar Position zu und für die Ankunftsstadt. „Alle Seiten sollten auch den Mut zum Experiment befördern – situativ deregulieren, später nachregeln.“

UD Summerschool – Ergebnispräsentation
Christopher Dell und Christoph T. Hermann über die Zusammenarbeit von HafenCity Universität – Studiengang Urban Design mit „Poppenbüttel Hilft“
2017 soll die geplante Siedlung am Poppenbütteler Berg / Ohlendieck fertig gestellt werden und auch Geflüchtete unterbringen. Seit der Bekanntmachung des Projektes Mitte 2015 setzen sich die Mitglieder von Poppenbüttel Hilft e.V. für eine Architektur ein, die neue Formen zukünftigen Wohnens und Tätigseins ermöglicht. Diesen Schwerpunkt bearbeiten Teams aus Studierenden und Geflüchteten: Eines realisiert Prototypen des Begegnungshauses im Selbstbau im Maßstab 1:1.

Dienstag, 27.09.2016
19:30 Hinz & Kunzt und Vinzirast-mittendrin
Die bittere Hamburger Wirklichkeit und eine modellhafte Lösung für Wohnungslose

kurt_kuball_1gaupenraub: Vinzirast-mittendrin Bild (c) Kurt Kuball

Die Architekten gaupenraub+/- aus Wien haben ein menschliches Haus für Wohnungslose und Studierende gebaut, das urbane Wohnqualität aus knappem Raum herausholt. Stefan Karrenbauer von der Wohnungslosen-Zeitung Hinz & Kunzt konfrontiert die Innovation mit der Hamburger Unterkunfts-Realität.
Stephan Karrenbauer, Hinz und Kunzt, Hamburg
Über die Zustände in den Notunterkünften erfährt man sehr wenig. Soviel ist klar: Die Situation ist schlecht. Denn zwischen den Städten findet ein unausgesprochenes Wettrennen statt: Wer schreckt die Habenichtse am besten davon ab, in die eigene Stadt zu ziehen? In Sachen inhumane Unterkunft spielt Hamburg ganz vorne mit. Stefan Karrenbauer ist Experte fürs Thema und Mitarbeiter von Hinz und Kunzt – das Strassenmagazin wird von Wohnungslosen verkauft und ist zugleich das ernsthafteste und meistgelesene Blatt für Berichte über Kultur und selbstorganisierte Projekte in Hamburg.
gaupenraub +/- Architekten, VinziRast mittendrin, Wien
Im Wiener Unistreik 2010 lernten sich Besetzer*innen und Obdachlose kennen. Daraus entstand die Idee für Vinzirast-mittendrin, ein Projekt das ALLES richtig macht: WGs mit kleinen privaten Rückzugswohnräumen für Studierende und Obdachlose, kluge Gemeinschaftsräume, Arbeitsplätze im eigenen Café, Werkstätten für die Nachbarschaft – und zahlreiche Möglichkeiten, um sich aus dem Weg zu gehen. Und all das mitten im Zentrum Wiens. Die Architektur stammt von gaupenraub, Alexander Hagner und Ulrike Schartner, die von der Struktur bis ins Detail ein Modell für anderes, verdichtetes, sparsames und dennoch luxuriös und großzügig gedachtes Zusammenleben geschaffen haben.

Mittwoch, 28.09.2016
19:30 Art and Culture Fostering Urban Futures
Diskussion
Viele Kunst- und Kulturorte leisten einen relevanten Beitrag für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung. Sie zeichnen sich durch Offenheit aus, bringen unterschiedliche Stadtbewohner zusammen, produzieren eine alternative Ästhetik im Stadtraum, sind Bühnen für Zukunftsvisionen und ermöglichen gemeinschaftliche Arbeits- und Wohnformen. Sie sind „Möglichkeitsräume“ in unseren durchgeplanten und formalisierten Städten. Wie lassen sich diese Beiträge zur Zukunftsfähigkeit unserer Städte ausbauen? Wie können Kunst- und Kulturorte selbst zukunftsfähig erneuert werden und wie lassen sich neue eröffnen – im Bestand und bei Neubauprojekten? Wie und von wem können Stadtquartiere als Möglichkeitsräume gestalten werden? Mit Kurzinput zur Publikation: City Linkage – Art and Culture fostering Urban Futures (Jovis Verlag, Berlin)
Debatte jenseits von Standortlogik und „Creative Cities“: Hilke Berger (HafenCity Universität Hamburg), Sophie Goltz (Stadtkuratorin Hamburg), Dr. Pit Hosak (Kulturbehörde Hamburg), Dr. Sacha Kagan (Leuphana Universität Lüneburg), Moderation: Till Haupt (Künstler) und Michael Ziehl (Planer)
Veranstalter: Michael Ziehl, Carsten Rabe, Till Haupt (Herausgeber City Linkage)

Donnerstag, 29.09.2016
DJ-of-the-Day: L.C. Knabe

19:00 ContainerUni Friedrichshafen
Unterschiedlichkeit trotz Standardisierung


„Nutze das Provisorium und sorge dafür, dass später alle diesem Zustand nachweinen…“ Die Künstler*innen Margit Czenki und Christoph Schäfer organisierten eine beschleunigte Wunschproduktion für einen temporären Campus der Zeppelin Universität aus 180 Containern und einer Schnellbauhalle. Teile der ContainerUni wurden individuell durch Mitarbeiter*innen und Studierende angeeignet. Das Ziel: Unterschiedlichkeit trotz Standardisierung zu ermöglichen, wurde modellhaft umgesetzt, mit einem „Open Test Haus“ nur für Studierende („The Hausordnung does not apply“), einem rundum gepolstertem, retro-futuristischem „Mondcontainer“ und einem 1:1 Nachbau von George Bernhard Shaws rotierendem „Writing Shed“ auf dem Dach: Intensive Beteiligung und Raumqualität sind auch unter Zeitdruck machbar.

20:00 skype talk: Congress on Public Spaces
skype Gespräch mit Doina Petrescu (AAA) und Gedeminas Urbonas (MIT)
“Culture and aesthetics have a fundamental role to play in public discourse, citizen involvement, and exercising the everyday right to the city. But how?“ fragt sich der Congress on Public Spaces in Kaunas & Vilnius etwas ganz ähnliches wie das Urbani7e! Festival in Hamburg. Da zeitgleich, nutzen wir die Gelegenheit zum kurzen Austausch darüber, wie sich diese Praktiken skalieren – mit der queen of urban tactics, Doina Petrescu vom Atelier d‘Architecture Autogerée (Paris) und dem Organisator des Kongresses, Gedeminas Urbonas, Direktor des Program in Art, Culture and Technology am Massachusetts Institute of Technology.

20:30 Selbstorganisierte Siedler*innenbewegung und der Gemeindebau des Roten Wiens
Vortrag von Michael Klein
Die Wiener Geschichte zeigt: Die informelle Siedlerbewegung gab den Anstoß zu einem der, umfassendsten, entschlossensten und größten sozialen Wohnungsbauprogramme. Die Rolle, die man der Siedlerbewegung zudachte, blieb letztlich eine ambivalente: Sie wurde einerseits gefeiert und unterstützt und andererseits in die Strukturen des lokalstaatlich geplanten Gemeindebaus eingegliedert; und selbstbewusste Stadtproduzent*innen wurden in ihrer Praxis politisiert, fanden sich aber zugleich in einer passiven Position wohlfahrtsstaatlich versorgter Wohnraumkonsumenten wieder.
Michael Klein ist Autor von „Modelling Vienna – Real Fictions in Social Housing“ Turia+Kant 2015 und „The Design of Scarcity“, Strelka Press 2014

21:00 BeL: NEUBAU – Aleppoer Weg
Jörg Leeser von BeL Architekten plant Neubau und Selbstbau für 10 Millionen Menschen

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Lässt sich Aneignung und „Selbermachen“ hochskalieren? Neubauten für 10 Millionen Menschen in 12 Jahren: Wie das geht, zeigt das Kölner Büro BeL auf der aktuellen Biennale in Venedig. Dabei setzen die Architekten auf eine Kombination aus effizienten Großstrukturen und 50% Selbstbau, auf citynahen Neubau statt Obergrenzen Panik. Was derzeit fast utopisch klingt, setzen BeL in Bezug zur Geschichte der Nachkriegszeit: Auch damals bekamen 10 Millionen Flüchtlinge überall Siedlungen gebaut, über 1000 mal gibt es die „Königsberger Strasse“ aus den Fünfziger Jahren. Anders als damals, plant BeL den „Aleppoer Weg“ mit Gemeinschaftsflächen und urbaner Infrastruktur, mit modularen Elementen und genug Platz, statt Folgeunterkunftsgedränge, zentral und mit hoher Dichte, mit selbstgemachter Unterschiedlichkeit. Skalierung Galore!

Freitag, 30.09.2016
DJ-of-the-Day: Cindy Looper

19:00 PlanBude – St. Pauli
Das lokale Wissen der Vielen
Wie lässt sich das lokale Wissen, das Wissen der Straße, in die Planung eines Neubaus übertragen? Wie kann die urbane Alltagspraxis zum richtungsweisenden Faktor von Stadtentwicklung werden? Knack‘ den St. Pauli Code: Der beispiellos gründliche Beteiligungsprozess für die neuen Esso-Häuser ging aus der selbstorganisierten Stadtteilkonferenz „St. Pauli selber machen“ hervor – und hat der Planung an der Reeperbahn eine neue Qualität gegeben. Wenn ein solcher Maßstabssprung in Auseinandersetzung mit einem privaten Eigentümer und Behörden gelingt – taugt eine solche Planung der Vielen als neuer Standard bei Projekten der Hansestadt?

20:00 Fux eG + ExRotaprint beantworten die Eigentumsfrage

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ExRotaprint haben im Wedding ein völlig neues Eigentumsmodell entwickelt, um dauerhaft Gewerbe mit sozialem und kulturellen Mehrwert abzusichern. Die fux eG in Altona kennt das Modell – und hat dennoch eine Genossenschaft gegründet, für frappant, dock-europe und viele andere. Beide Projekte sind groß – und hochintelligent. Musst du kennen! Mach’ das nach!
fux eG – Vom Ausnahme-Projekt zur Änderung des Systems
Ohne allzuviel Medienwirbel wurde in Altona die große Viktoriakaserne dem Markt entzogen und kollektiviert. Das hätte auch anders ausgehen können: Denn viele Künstler*innen lassen sich von Zwischennutzung zu Zwischennutzung treiben – und heben vom Markt übersehene Gebiete ins Blickfeld von Investoren. So wäre es auch dem frappant wieder ergangen, wenn es sich nicht mit den Gewerbeimmobilien-Aktivist*innen von Lux & Konsorten verbündet hätte. Gemeinsam gründeten sie fux, gingen ins Risiko und rangen in zähen Verhandlungen der Stadt Haus und Grundstück ab.
ExRotaprint: Mit Konzept und Stil die Eigentumsverhältnisse ändern
ExRotaprint hat ein Eigentums-Modell entwickelt und umgesetzt, das Verkauf und staatlichen Zugriff gleichermaßen ausschliesst. Zu Recht ist das Projekt dafür berühmt und ein Vorzeigemodell: ExRotaprint entwickelt etwas, was „geschlossenen Wohngebieten“, alternativen Baugruppen und Wohnungsgenossenschaften fehlt – Gewerbe, Handwerk, Bildungs- und Kunsträume als soziale Ressource für die Nachbarschaft. Zu Mieten von unter 5 EUR mitten im Wedding.
Doch hinter ExRotaprint stecken scharfe Begriffe und eine klare Programmatik, die konzeptuell an Gestaltung, Politik und Eigentumsverhältnisse gleichermaßen herangeht. Kein Wunder: Die Geschäftsführung machen Künstler*innen. Daniela Brahm und Les Schliesser stellen ihre Methode und Praxis vor – von „Erbbaurecht“ bis „Treibstoff“.
22:00-01:00 Cindy Looper
Party

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Die hypnotische Elektronikerin aus der interventionistischen ILL Jugend gibt einen tanzbaren Vorgeschmack auf die zukünftige Atmosphären im kollektiviert wiederaufgebauten Golden Pudel Club. Foto: Thomas Baldischwyler

Samstag, 01.10.2016
DJ-of-the-Day: Astral Taxi

12:00 Immobilien für Viele
Frauke Burgdorff über ihr Immovielien-Projekt bei der Montagstiftung Urbane Räume
Die Montagstiftung Urbane Räume untersucht und sammelt derzeit Informationen zu unabhängigen und gemeinnützigen Projekten – mit dem Ziel, aus diesen Praxen eine politische und fördertechnische Agenda aufzustellen, wie sich die Hürden beseitigen lassen, die Rahmenbedingungen verändern ließen, welche Hebel angesetzt werden müssten. Genau diese Fragen bewegen auch das diesjährige Urbani7e! Festival.
Wie gelingt der Sprung von der hart erkämpften Konzessionsentscheidung, vom selbstorganisierten Ausnahmefall – zum neuen Modell für Stadtentwicklung?

15:00 Auf dem Weg zu einer anderen Planungskultur
Vorstellung der Workshopergebnisse
Fünf Tage lang wurde an mehreren Case Studies gearbeitet. Wer’s verpasst hat, bekommt eine Präsentation der Ergebnisse aus den Workshops: Wie sieht sie aus, die Ankunftsstadt? Wie müsste sich die Planungskultur ändern? Welche Besitzverhältnisse können Gemeinsame Orte dauerhaft absichern? Wie schaffen wir Platz für die Plattformen des Austauschs, die Arbeitsplätze der Zukunft?

16:00 Das Gängeviertel
Komm in die Gänge: Statt 24 Stunden bleiben wir 99 Jahre
Ganz selten gibt es Momente, in denen es sozialen Bewegungen gelingt, die Stadt zum fliegen zu bringen. Die Besetzung des Gängeviertels war so ein Moment: Mitten in Hamburgs Innenstadt passierte das Unwahrscheinliche, die Häuser öffneten sich, die Stadt bekam ein Viertel geschenkt, einen Möglichkeitsraum, von dessen Existenz sie gar nichts wusste. Plötzlich gab es ein Loch in der Karte des neoliberalen Eigentumsregimes. Dann, trotz des Erfolgs, holt – nein: nicht die Wirklichkeit – sondern die Verwaltungszähigkeit das Projekt ein. Die Chance, via Kunst einen Umgang mit dem Informellen zu erproben und zu lernen, also etwas, was unsere Städte und Verwaltungen sehr nötig haben, wird nicht wahrgenommen, verspielt, kostet Nerven, verprasst Lebenszeit zahlreicher Aktiver, erzwingt falsche Entscheidungen. Trotzdem ist das Gängeviertel bis heute ein Ort, wo man körperliche erfahren kann, wie Aneignung ein ganzes Viertel umcodiert und neu definiert.
Ein Krimi: Wird es dem Viertel gelingen, sich endgültig rauszukatapultieren aus Behördengängelei und Eigentumsordnung?

17:00 Kotti & Co
Gecekondu gegen Immobiliengigant und für Rekommunalisierug
Zunehmend bestimmt die finanzdominierte Immobilienverwertung darüber, wer noch wo wohnen darf. Der Streit von Kotti & Co mit der „Deutsche Wohnen“ ist deshalb von Bedeutung über Berlin hinaus. Und anders als die meisten Mieter*innenproteste, steigen die Aktiven vom Kottbusser Tor auch in die Auseinandersetzung mit den politisch-wirtschaftlichen Strukturen ein. Matti von Kotti & Co wird ein paar Sätze zum Kotti und „dessen schneller Reise vom landeseigenen Wohnungsunternehmen an die Börse“ erzählen und was das von Bewirtschaftung bis zur Renditeerwartung für die Bewohner*innen bedeutet. Ohne allzuviele Umwege über das kaputte Soziale Wohnungsbausystem wird es dann um Kotti & Co‘s Rekommunalisierungsvorhaben gehen. Einerseits: Ein alternativer Weg der Wohnungspolitik, der nicht immer neue Scheinbündel auf die Strohfeuer privater Wohnraumversorgung wirft, sondern demokratisch und nachhaltig funktioniert. Andererseits:
Ein Versuch, als Nachbarschaft herauszufinden, wie aus Dauerprotest und -gemeinschaft eine Selbstverwaltung jenseits grüner Baugruppen oder autonomer Freiräume eigentlich aussehen soll.

18:00 Silent University Hamburg featuring Autonome Schule Zürich
Emanzipation statt Integration: Wissen – selbstorganisiert.

autonomeschulezuerich
„Bildung an der ASZ geht über das reine Erlernen eines Faches hinaus. Gemeinsam arbeiten wir an einem kritischen Verständnis politischer, wirtschaftlicher und sozialer Verhältnisse. Mit dem Ziel, diese Verhältnisse zu verändern und unser Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.“ Gegründet 2008, aus einer Kirchenbesetzung durch Papierlose heraus, lernen jede Woche 500 Menschen in drei Leistungsstufen – unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus. Raumprobleme kennen die Zürcher gut: Das unabhängige Institut ist bisher zehnmal umgezogen, muss sich immer wieder durch Besetzungen und Protestunterricht auf öffentlichen Plätzen Gehör verschaffen.
Die ASZ wird präsentiert von der Silent University: Die vom Künstler Ahmet Ogüt an der Tate / London ins Leben gerufene Silent University richtet sich gegen das zum-Schweigen-bringen des Wissen von Refugees und arbeitet in Kollaboration mit der Stadtkuratorin seit 2014 in Hamburg.
„Durch die ASZ schaffen wir einen Raum für Gemeinschaft und Wissensaustausch, welcher uns die Möglichkeit zur Selbstermächtigung, zum Ausdruck einer eigenen Stimme und von Kreativität geben soll.“

19:00 Initiative Haus der Statistik Berlin
Darfs auch etwas größer sein? Andrea Hofmann (raumlabor) und Harry Sachs (Zentrum Kunst/Urbanistik) planen 90.000 qm Stadt für Refugees und Kunst und Stadtgesellschaft.

hausderstatistik
Achtung, Maßstabs-Sprung! In der Initiative Haus der Statistik müssen Leute sein, die sich beim Anblick von Hochhäusern der Moderne vorstellen, was man da drin alles sinnvolles machen könnte! Im Summer of Migration 2015 entstanden, hat die Initiative sich keine kleine Aufgabe gestellt: Die Übernahme und Neudefinition eines ganzes Ensemble aus den Sechzigerjahren. Direkt am Alexanderplatz gelegen, geht es um ein gemeinnütziges Modellprojekt für integratives Leben und Arbeiten von Berliner.innen, Geflüchteten, Kulturschaffenden, Bildungs-, Produktions- und bürgerschaftlichen Initiativen. Damit greift die Initiative Haus der Statistik das uneingelöste Versprechen der modernen Architektur auf – und arbeitet hochprofessionell an dessen Umsetzung: Das profilierte Team aus den Feldern Kunst, Architektur, Refugee-Support plant mit Elan den Erhalt, den Umbau bis hin zum zusätzlichen Neubau – in einer Größenordnung, die der aktuellen Herausforderung durch Wohnungskrise und städtisches Leben gewachsen ist.

20:30 Urbani7e! FINAL DISCUSSION:

Von Housing the Many zur Stadt der Vielen
Wie kann das Wissen der selbstorganisierten und künstlerischen Projekte, das taktische Vermögen zur Aneignung und Neudefinition von vorhanden Räumen – hochskaliert werden auf das strategische Niveau der Stadtentwicklung? Diese Frage hat im Lichte der Wohnungskrise und der Ankommensstadt und der sich immer deutlicher abzeichnenden Notwendigkeit, um- aber vor allem neu zu bauen, eine hohe Dringlichkeit – auch angesichts einer polarisierten politischen Situation. Nach eine Kurzzusammenfassung der wichtigsten Thesen des Festivals geht es in die Diskussion mit Macher_innen, Planer_innen und Entscheider_innen über die Festivalthemen – und wie die abgeleiteten Erkenntnisse umgesetzt werden können.
Podium:
Bodo Hafke (Baudezernent Hamburg-Mitte)
Claudius Lieven (Stabsstelle Stadtwerkstatt und Partizipation, FHH)
Daniela Brahm (Künstlerin, ExRotaprint)
Elke Rauth (dérive, Wien)
Christoph Schäfer (Künstler, PlanBude)
Anselm Sprandel (Flüchtlingskoordinator FHH, angefragt)
Madiyah S. (Ingenieurin, Universität Karlsruhe, angefragt)
Moderation: Prof. Michael Koch (HCU), Renée Tribble (PlanBude)

AUSSTELLUNGEN

27.09. – 02.10. Urbani7e! Housing the many – Festivalausstellung

Während der Festivaltage wird im MOM-Artspace in der Fabrique im Gängeviertel eine Ausstellung um eine Struktur von XYZ Open City herumwachsen. Besucher*innen fassen Erkenntnisse und Beobachtungen aus den Talks und Workshops zusammen, und entfalten an den Wänden eine Tool-Box möglicher Planungs- und Aneignungsmethoden für eine bessere Stadtentwicklung. Ausserdem entseht ein kollektives Gruppenfoto des Festivals, von Anna Graber und Vera Kluser zum „Wimmelbild“ zusammengesetzt.
Vorbeischauen, was man verpasst hat, sich inspirieren lassen und kommentieren

Transformation #2

Bewohnbare Kunst:

Alexandra Griess, Jorel Heid, Mark Einsiedel, Christine Ebeling und andere Künstler_innen bauen die Galerie im ersten Stock der Speckstrasse 85 im Gängeviertel zur Wohnung um. Neben dem Shelter Shop, dem Privacy Room und Bed&Breakfast wird dieses Projekt noch weitere Angebote schaffen und zum Mitmachen einladen. Hintergrund: Die beiden Wohnungen wurden mit der Besetzung 2009 zum Kunstraum – und dadurch als wichtiges Stück hamburger Sozialgeschichte erhalten. Wie 11 weitere Denkmäler / Gebäude auch. Die „zweite Tranformation“ testet, ob Ausstellungsräume auch Wohnräume sein können. Die Versuchsanordnung, die das Thema Wohnen neu beleuchtet und mögliche Lösungen für die Zukunft erprobt.

Les Garages
Fotoausstellung
Trotz akutem Wohnungsmangel stehen in vielen Städten Europas Büro- und Industrieflächen leer. ‘Les Garages‘ bietet einen experimentellen Vorschlag wie diese Räume temporär als Unterkunft genutzt werden können. Sechs verschiedene Module wurden von unterschiedlichen Architektengruppen entworfen, gebaut und über ein Jahr bewohnt.
Projekt: Georg-Christoph Holz
Fotos: Theda Schillmöller
Anzuschauen im Treppenhaus der Fabrique, Flur 4. OG